Spiel wird wiederholt

Kreissportgericht ahndet Spielabbruch gegen Altenkirchen

Freitag, 08 November 2013

Von Michael Hardt

„Ich will euch alle hier nie wieder sehen!“ Mit diesen Worten beendete der Vorsitzende Heinz Dorfmüller die Verhandlung des Kreissportgerichtes Wetzlar über den Spielabbruch bei der Partie der B-Liga Nord am 13. Oktober zwischen den Sportfreunden Katzenfurt und der TSV Altenkirchen. Nicht ohne vorher an die Vernunft der Beteiligten zu appellieren: „Solche Vorfälle haben auf den Sportplätzen nichts zu suchen, sie schaden dem Ansehen des Sportes.“

Gleichwohl wollte das Sportgericht die Partie nicht werten. Dies mag an der Bereitschaft von beiden Vereinen liegen, sich nochmals sportlich zu messen. Die Bereitschaft hierzu und die gegenseitigen Entschuldigungen der Verantwortlichen beider Vereine während der Verhandlung mag das Gremium zu dieser Entscheidung bewogen haben.

Die eigentlichen Tatbestände wurden von dem Gericht schnell geklärt und die Strafen fielen entsprechend aus. Der TSV Spieler Sahin muss wegen vorsätzlicher Tätlichkeit 10 Spiele zuschauen, sein Kontrahent von den Sportfreunden, Okay Gündüz, erhielt eine Sperre von zwei Spielen wegen Bedrohung. Unberührt hiervon bleibt natürlich das zivilrechtliche Verfahren, bei dem sich nicht nur die beiden Spieler, sondern auch Zuschauer treffen werden.

Apropos Zuschauer: Die Frage der Platzordner spielte in der Verhandlung eine wichtige Rolle. Alle waren als Zeugen geladen. Verantwortlich für das Verhalten von Zuschauern und Spielern ist immer der Heimverein, betonte Dorfmüller. Der Vorwurf an die Sportfreunde, hier nicht schnell genug eingegriffen und somit versagt zu haben, konnte nicht ausgeräumt werden und wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro für den Verein „belohnt“.

Insgesamt blieb das Gericht mit seinen Entscheidungen „am unteren Ende der Skala“. Dies scheinen auch die Verantwortlichen der beiden Vereine so gesehen zu haben, denn das Urteil wurde sofort akzeptiert und ist damit rechtskräftig. Damit dürfen sich die Fans der beiden Lager auf eine erneute, hoffentlich ähnlich gute Partie wie beim ersten Mal freuen. Die anwesenden Spieler scheinen sich jedenfalls gut zu verstehen, wurde der Schreiber dieser Zeilen doch Zeuge der Umarmung der beiden Hauptakteure.

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