Sportliche Erfolge (1966 - 1981) - Teil 2

Sportliche Erfolge (1966 - 1981) - Teil 2

Erwähnte germanische Wagenrennen und Nachbarschaftsderbys sollten sich alsbald erübrigen. Denn die erste Mannschaft, in Jahren zuvor im Sportkreis eher als Prügelknaben gehandelt, entpuppte sich als Spitzenteam mit enormer Spielstärke. 1967/1968 war es dann soweit. Nach einem dramatischen Kopf an Kopf - Rennen mit Kölschhausen war der erste Aufstieg in der jungen Vereinsgeschichte perfekt.

Unvergessen ist dabei der 5:2 Erfolg beim Nachbarn im Winter '68 auch deshalb, weil wirklich Hunderte Katzenfurter zu Fuß die Elf begleiten. 10 Jahre nach der Vereinsgründung war der Bann gebrochen. nach zähem Kampf der Vereinsmitglieder um Anerkennung ihres Sports und einigen Nackenschlägen war Fussball in Katzenfurt hoffähig. Spätestens seit diesem Wochenende etablierten sich die Sportfreunde. Hatte der Katzenfurter Rückraum - Kanonier Reiner Siegmund schon nach dem 2:1 Vorspielsieg und seinen zwei Treffern verzückt seine linke Klebe als Ausstellungsstück vergolden lassen, so trat Reiner Rinker bei diesem Sieg mehr als in seine Fußstapfen. Mit vier Treffern machte er sich beim Nachbarn unbeliebt. "Der Weiße und der Rote" rinkerten die Sportfreunde von Erfolg zu Erfolg, vor allem auch in den ersten Jahren in der Dillkreis - A - Liga. Denn dort hatte man die jungen Gipfelstürmer gegen ihren Widerstand von Seiten des Bezirksausschusses hinverfrachtet. Doch noch einmal heißt im Jahre 1968 innegehalten. Einem Katzenfurter Spieler dürften im Mai nach dem Titelgewinn die Augen besonders feucht geworden sein. Die Rede ist vom Kapitän der Mannschaft, Karl Obitz. Allen Unbilden und Krisen zum Trotz hatte er stets die Schuhe für sein Sportfreunde geschnürt, Niederlage, Hohn und Spott über sich ergehen lassen. Jetzt hatte vor allem auch er den Spieß herumgedreht und sich diesen Höhepunkt seiner Laufbahn wahrlich erkämpft. Auch er ist Zeitzeuge, dass nach anfänglicher Skepsis sich die Sportfreunde durch attraktiven, technisch guten Offensivfussball im Sportkreis Dillenburg einen guten Namen verschafften. Man frage noch heute nach.

Daran änderte auch der kurzzeitige Abstieg nichts, der durch eine 0:1 Entscheidungsspiel - Niederlage gegen Hörbach 1972 besigelt wurde. Die kompetente Jugendarbeit von Erhard Hofmann half dem Verein aus dieser kleinen sportlichen Talsohle. Knappe zwei Jahre später begann mit dem zweiten Aufstieg mehr als eine Renaissance der Endsechziger. Junge Spieler aus Hofmanns Talentenschmiede, Kreismeister der A-Jugend 1969, verband Trainer Günter Henrich mit A-Liga Routiniers zu einem spielstarken Team, das mit insgesamt 51:9 Punkten und 131 Toren deutlich die Klasse dominierte. Die alte Torfabrik Rinker fand mit den jungen Werner Fritzjus und Günter Schütz ein würdiges Tochterunternehmen, die Katzenfurter Dorfmauer um Ulrich Clößner, Erhard Tross, Winfried Nell, Günter Memmert und Bernd Ullmann war ein von der Konkurrenz gefürchtetes Abwehrbollwerk.

Nach einem miserablen Start im Aufstiegsjahr erreichte die Elf nach einer bravourösen Siegesserie im folgenden Jahr einen tollen 4. Tabellenplatz. 1976 kam mit Werner Blasczyk ein neuer Trainer aus Herborn, ebenso die Spieler Freddy Schön, Hans Ambros, Werner Schmidt und Hanni Seidler. Vielleicht war es die beste Katzenfurter Mannschaft in jenen Jahren. Doch der große Wurf, für den auch Glück vonnöten ist, stellte sich nicht ein. Man abonnierten in den Endsiebzigern regelrecht die Vizemeisterschaft, tat dabei viel für das Image des Vereins. Die Zuschauerzahlen boomten, die attraktiv spielende Mannschaft war auch auswärts Publikumsmagnet. Erreicht wurde schließlich das Jubiläumsjahr 1981 durch eine sich im Umbruch befindliche Seniorenmannschaft. Karl-Heinz Will, Frank Clausius, Gerhard Obitz und Bernd Fine rückten aus einer Jugendabteilung nach, die nach der Kreismeisterschaft der A-Jugend 1969 acht Jahre später unter Jugendleiter Klaus Thielemann gleich drei Kreismeistertitel nach Katzenfurt holte. Auch durch eine neu installierte Flutlichtanlage erstrahlte der Verein zum 25jährigen Jubiläum in hellem Glanze. Stets in Erinnerung bleibt die von Willi Naumann optimal organisierte Einweihung der Anlage am 23.10.1979. Wohl die größte Zuschauermenge in der Vereinsgeschichte sah ein begeisterndes 4:1 einer Großgemeinde-Auswahl gegen den ambitionierten SSV Dillenburg, seines Zeichens Oberliga-Vizemeister und Teilnehmer an der deutschen Amateurmeisterschaft. Zeitgleich begann der Bau des neuen Vereinsheims, von vielen noch vor Jahren für unmöglich gehalten. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit und viel ehrenamtlichem Fleiß konnte 1981 der Bau seiner Bestimmung übergeben werden.

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